Was wird aus dem Bahnhof?

Juister BahnhofsgaststätteDer his­to­ri­sche Juis­ter Bahn­hof steht noch. Viel hat sich jedoch nicht geän­dert: Ein offe­ner Dia­log zwi­schen der Eigen­tü­me­rin, der Gemein­de und den für den Bahn­hof enga­gier­ten Men­schen hat nie statt­ge­fun­den. Man macht ein­fach. Das ist das gute Recht der Eigen­tü­me­rin. Ob es auch eine gute Ent­schei­dung ist, ist fraglich.

Wir wol­len die Ent­wick­lung des Bahn­hofs­ge­bäu­des hier wei­ter verfolgen.


Wie ist der aktuelle Stand? Ein Vergleich der Bahnhofsansichten vorher — nachher

Eines muss man den ab und zu auf Face­book zu fin­den­den neue­ren Ansich­ten auf das Bahn­hofs­ge­bäu­de las­sen: Es hat — Stand heu­te — gewon­nen. Ver­gleicht man eine ein paar Jah­re alte Ansicht mit einer kürz­lich von Chris­ti­an Schä­fer bei Face­book ver­öf­fent­lich­ten Foto­gra­fie, so ist eine deut­li­che Ver­bes­se­rung zu Guns­ten des his­to­ri­schen Bahn­hofs zu erkennen.

Juister Bahnhof 2018 und 2020Fotos: Dirk Tonn, Chris­ti­an Schäfer

Der Windfang

Zum einen ist dabei die Umge­stal­tung des vor­her völ­lig unpas­sen­den Wind­fangs, also des Ein­gangs­be­reichs zu erwäh­nen. Dabei fällt natür­lich vor allem das Dach des Ein­gangs auf, das weder in sei­ner Form zum Gebäu­de passt, noch von sei­nen Aus­mas­sen her.

Auch die eher an eine Tele­fon­zel­le erin­nern­de Ver­gla­sung des Ein­gangs­be­reichs war ein kom­plet­ter Miss­griff: Die viel zu klein­tei­li­gen Fens­ter­be­rei­che des Wind­fangs pass­ten nicht zu den von den Fens­tern vor­ge­ge­be­nen, eher gross­zü­gi­gen Formen.

Die Leuchtreklame

Zudem hat­te die Leucht­re­kla­me des „Kom­pass“ eher Wer­bung im Sinn als eine ange­mes­se­ne, zum Gebäu­de pas­sen­de Beschrif­tung oder Beschil­de­rung. Der Schrift­zug war auf­dring­lich — übri­gens auch die Vorgängerversion.

Der Aussenbereich

Der lee­re Aus­sen­be­reich ist heu­te eine Augen­wei­de im Sin­ne des Gebäu­des — was sich ändern dürf­te, denn die neu­en Betrei­ber wer­den den Platz ver­mut­lich gewerb­lich nut­zen. Hof­fen wir aber, dass sie im Aus­sen­be­reich ein bes­se­res Händ­chen an den Tag legen, als man es zu Kom­pass-Zei­ten erken­nen konn­te. Da war es teils ein grell-bun­tes und schrei­end daher­kom­men­des Sam­mel­su­ri­um an aus­tausch­ba­rem Zeitgeschmack.

Wenn ich genau hin­schaue, dann erken­ne ich, dass auch die Bahn­hofs­mau­er von der häss­li­chen Ver­gla­sung befreit wur­de. Das ist ein wei­te­rer Plus­punkt — für den Moment.

Das Zwischenfazit

Erfah­rungs­ge­mäss dürf­te der Juis­ter Bahn­hof von den Ver­ant­wort­li­chen ledig­lich als Inves­ti­ti­ons­ob­jekt gese­hen wer­den. Eine ange­mes­se­ne Wür­di­gung der Geschich­te des Gebäu­des und damit ver­bun­den der Geschich­te der Insel kann nicht erwar­tet wer­den, wenn man die letz­ten zwei Jah­re als Grund­la­ge nimmt.

Die Freu­de über den Erhalt wird zwar genährt durch die jet­zi­gen Ein­drü­cke der Gestal­tung. Es steht aber zu befürch­ten, dass der bil­li­ge Kom­merz im Vor­der­gund ste­hen wird und nicht ein wür­di­gen­des Umge­hen mit dem Bau­werk und der damit ver­bun­de­nen Inselgeschichte.

 


Zwei alte Waggons der Inselbahn im Aussenbereich?

Wir freu­en uns immer wie­der über Zuschrif­ten an die Juis­ter Bahn­hofs­freun­de. Nun erreich­te uns heu­te wie­der ein­mal eine Nach­richt eines Unter­stüt­zers. Es ist klas­se zu sehen, wie sich Men­schen mit der Insel und dem Bahn­hof beschäftigen.

T. Schä­fer kommt aus Nie­der­sach­sen und ist seit über 50 Jah­ren Gast auf Juist. Er schreibt uns zur Dis­kus­si­on über die Gestal­tung des Aus­sen­be­reichs vor der Bahnhofsmauer:

Zu der Fra­ge, wie man den alten Bahn­steig auf der Süd­sei­te mit einer wind­ge­schütz­ten Anla­ge gas­tro­no­misch nut­zen kann, habe ich eine eige­ne Idee:

Man könn­te dort zwei alte Wagen der Juis­ter Insel­bahn, sofern noch vor­han­den, auf­stel­len und als Gast­raum für das Restau­rant ein­rich­ten. Das wür­de an die frü­he­re Funk­ti­on des Bahn­hofs erin­nern und sehr gut in das Orts­bild passen.

Das ist ein sehr nach­voll­zieh­ba­rer Gedan­ke, der nicht nur die alte Funk­ti­on des Gebäu­des beto­nen wür­de, son­dern sicher auch eine Attrak­ti­on für Gäs­te wäre.

Spin­nen wir die Idee mal wei­ter: Zwei Wag­gons — einer für das eher kür­ze­re Ver­wei­len, das schnel­le Getränk mit den Ori­gi­nal­bän­ken (und ein paar Kis­sen für die emp­find­li­chen Hin­tern), der ande­re mit einer kom­for­ta­blen, beque­men Aus­stat­tung für ein län­ge­res Essen.

Aber das ist alles nur geträumt …


Aus dem alten „Kompass“ soll das „Carl STEAKmann“ werden

Es war bereits län­ger bekannt, dass im Bahn­hofs­ge­bäu­de wie­der eine Gast­stät­te betrie­ben wer­den wür­de. In einem Arti­kel auf juistnews.de wer­den Details beschrieben.

Mit dem Bahn­hofs­ge­bäu­de hat man einen beson­de­ren Ort zur Ver­fü­gung, der in die ein­zig­ar­ti­ge Geschich­te der Juis­ter Insel­bahn ein­ge­bun­den ist. Es gab von vie­len den Wunsch, die zukünf­ti­ge Gas­tro­no­mie wie­der „Bahn­hofs­gast­stät­te“ zu nen­nen. Die­se Idee wur­de nicht berücksichtigt.

Statt des­sen bevor­zugt man ein eher fla­ches Wort­spiel mit dem Namen des ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den der Ree­de­rei Nor­den-Fri­sia. Die Tra­di­ti­on des Bahn­hofs inter­es­sier­te offen­bar nicht. Nun, es bleibt immer noch zu hof­fen, dass zumin­dest das Inte­ri­eur der Gast­stät­te wenigs­tens ein paar Hin­wei­se auf die Ver­gan­gen­heit des Gebäu­des auf­wei­sen wird.

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Oldenburgische Landesbank schliesst Filiale im Bahnhof


Wie einem Arti­kel auf juistnews.de zu ent­neh­men ist, schliesst die Olden­bur­gi­sche Lan­des­bank ihre Filia­le auf Juist.

Für den his­to­ri­schen Bahn­hof bedeu­tet das eine Chan­ce, denn der völ­lig ver­un­stal­te­te ehe­ma­li­ge Ein­gangs­be­reich könn­te nun pro­blem­los zurück­ge­baut werden.

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Das war die Petition

2.268 Unter­zeich­ne­rIn­nen aus der gan­zen Repu­blik und dem Ausland:

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