Deichkind

Ein Stein­wurf weit vom Eltern­haus
mein Deich
Zufluchts­ort – mein Kin­der­hort
zugleich

dort träum­te ich gedan­ken­los…
Son­ne warm ver­wöhn­te mich
Hoch oben Wol­ken klein und groß
drin war’n Gestal­ten fürch­ter­lich

Und unten an des Dei­ches Fuß
Schie­nen von der Insel­bahn
Ich hob die Hän­de zu nem Gruss
Wenn sie mit den Gäs­ten kam

Links von mir der Bahn­hof
Stim­men­ge­wirr zum Abschied tön­te
Bald fuhr dann das Bähn­chen los
Oh – wie ich mich dran gewöhn­te

Auf dem Deich Ver­mie­ter wink­ten,
mit Bett­la­ken so groß und weiss
Wat­ten­meer – die Wel­len blink­ten
und die Son­ne schien so heiss

der Blick folg­te der Insel­bahn
mit ihren gel­ben Wagen
ruck­zuck ruck­zuck
bald bog sie ab um übers Watt zu fahrn
trug sie das Was­ser – möcht man fra­gen.

Am Anle­ger das weis­se Schiff
Es glitt an mei­nem Blick vor­bei
Tschüss – kommt wie­der ich dann rief
Alles war so herr­lich frei.

Ein Stein­wurf weit vom weit vom Eltern­haus
Steht noch mein alter Deich
Kein Bähn­chen fährt zum Anle­ger raus
Kein Was­ser plät­schert leis und weich

Wat­ten­meer weit zurück gedrängt
Vor mir ein zwei­ter Wall
füh­le mich so ein­ge­engt
vor­bei wie Rauch und Schall

ist die Roman­tik alter Zeit
der Charme vom sprö­den Juist
ich schliess die Augen
seh die Kin­der­zeit
wäh­rend mich die Son­ne küsst!

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Autorin: Marie­lui­se Stol­per
aus ihrem Buch „Juist-Schatz­kis­te“


 

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