Die Juister Mauer wird gebaut 

Baustopp verhängt?

10. April 2021 // In den bis­her vor­lie­gen­den Arti­keln zur Situa­ti­on am Juis­ter Bahn­hof gibt es kei­ne kla­ren Aus­sa­gen dazu, wie die aktu­el­le Lage ist. Eine klei­ne Bild­un­ter­schrift könn­te aber einen ent­schei­den­den Schritt als Hin­ter­grund haben: Mög­li­cher­wei­se wur­de ein Bau­stopp verhängt.

Die Infor­ma­ti­on ist klein und ledig­lich eine Bild­un­ter­schrift unter einem Foto des Arti­kels in der Ost­frie­sen-Zei­tung vom 6. April 2021. Aller­dings könn­te sie bri­sant sein.  Der ers­te Satz der Bild­un­ter­schrift lautet:

Der­zeit darf drau­ßen nicht wei­ter­ge­ar­bei­tet werden.

Der Begriff „Bau­stopp“ wird zwar ver­mie­den — was ande­res kann die­ser Satz aber bedeu­ten? Alle uns vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen deu­ten zudem dar­auf hin, dass die Anord­nung eines Bau­stopps eine recht­li­che Fol­ge der nicht geneh­mig­ten Bau­ar­bei­ten sein könn­te. Mög­lich wäre es also.

Die Fest­stel­lung eines ver­häng­ten Bau­stopps kann natür­lich auf­grund die­ses klei­nen Text­schnip­sels nicht erfol­gen. Zudem wur­de die­ser Teil der Geschich­te im Arti­kel sel­ber nicht wei­ter erwähnt. War­um aber steht die­se Aus­sa­ge dort auf den Sei­ten der Ostfriesen-Zeitung?

Warum keine Öffentlichkeitsarbeit?

Wie immer wäre es hilf­reich, wenn die Betei­lig­ten auf der Insel offen und trans­pa­rent mit dem Sach­ver­halt umgin­gen. Das machen sie aber seit Jah­ren nicht. Dass es ein star­kes öffent­li­ches Inter­es­se an dem Schick­sal des Bahn­hofs gibt, ist offen­bar nicht wichtig.

Artikel in der Ostfriesen-Zeitung vom 6.4.2021: Detail

Offiziell bestätigt: Illegale Baumassnahmen

7. April 2021 // Es war so wie immer: In den sozia­len Medi­en tauch­ten nach unse­ren ers­ten Pro­tes­ten gegen die Bahn­hofs­mau­er Mel­dun­gen auf, wonach das alles ganz anders sei. Die Bau­maß­nah­me sei geneh­migt, schrieb da ein Juis­ter Gas­tro­nom. Wie sich nun her­aus­stell­te, war das — mal wie­der — frei erfunden.

Wir kann­ten das schon aus den Zei­ten, als die Peti­ti­on noch lief. Auch damals gab es Men­schen, die wil­de Falsch­mel­dun­gen in die Welt posaun­ten. Beein­dru­ckend war bei­spiels­wei­se die, dass der Abriss des Bahn­hof ganz kurz bevor­stün­de, die Bag­ger sei­en schon unter­wegs. Da hilft es, wenn die Pres­se ihre Rol­le als vier­te Gewalt ernst nimmt.

Genau das geschah heu­te. Die Ost­frie­sen-Zei­tung befrag­te den Spre­cher des Land­krei­ses Aurich, Rai­ner Mül­ler-Gum­mels und schrieb:

Man [Anmer­kung: der Land­kreis Aurich] ste­he in „regem Aus­tausch mit dem Bau­herrn und dem Ent­wurfs­ver­fas­ser“. Eine voll­stän­di­ge Bau­ge­neh­mi­gung sei aber noch nicht erteilt wor­den. Denn das Bau­vor­ha­ben ent­spre­che in Teil­be­rei­chen „weder den Anfor­de­run­gen des der­zeit gel­ten­den noch des sei­tens der Gemein­de Juist neu geplan­ten Bebau­ungs­plans.“ Ob die Geneh­mi­gung nach­träg­lich erteilt wer­den kann, kön­ne man zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht sagen, so Müller-Gummels.

Die­ses deut­li­che State­ment belegt, dass das vie­les im Argen liegt.

Artikel in der Ostfriesen-Zeitung vom 6.4.2021

 

Auch in den Juist Net News

7. April 2021 // Die Juist Net News wei­sen in ihrem Arti­kel von heu­te dar­auf hin, dass der den Bau­mass­nah­men zugrun­de lie­gen­de Bebau­ungs­plan bis heu­te nicht rechts­kräf­tig sei.

Die JNN führt aus:

Dass für die Umset­zung der Bau­maß­nah­me eine Ände­rung des Bebau­ungs­pla­nes von­nö­ten sei, wur­de schon im ver­gan­ge­nen Jahr auf der Bau­aus­schuss­sit­zung klar. Die dama­li­ge Bau­amts­lei­te­rin Karo­li­ne Engel wies auch dar­auf hin, dass es einen erheb­li­chen Ein­griff in das Orts­bild gäbe. Aus­schuss und spä­ter auch der Rat stimm­ten den Ände­run­gen zu.

Nun bedeu­tet eine Zustim­mung aber nicht, dass ein Bebau­ungs­plan beschlos­sen und rechts­kräf­tig ist. Das wird von Eini­gen auf der Insel wohl nicht wahrgenommen.

Neben­bei: Die von den JNN erwähn­te Bau­amts­lei­te­rin ist nicht mehr auf Juist tätig. Es gibt Stim­men auf Juist, die nicht aus der Ver­wal­tung kom­men und die ihr eine gute Arbeit bestä­tigt haben.

Viel­leicht war das das Pro­blem: gute Arbeit?

 

Artikel in den Juister Net News vom 7.4.2021

Der Anfang vom Ende?

25. März 2021 // Der Abriss des Bahn­hof konn­te zwar ver­hin­dert wer­den — die Mei­nun­gen der Gran­den auf Juist haben die vie­len Befür­wor­te­rIn­nen des Erhalts die­ses his­to­ri­schen Gebäu­des aber offen­bar nicht geän­dert. Momen­tan zer­stört ein gro­ber Ein­griff in die Bau­sub­stanz den Bahn­hofs­kom­plex noch weiter.

Was anfangs aus­sah wie der Ver­such einer behut­sa­men Instand­set­zung, erwies sich Ende März 2021 als ein Irr­tum. Am Gesamt­en­sem­ble wur­den Bau­ar­bei­ten begon­nen, die nicht nur schlim­mes befürch­ten las­sen, son­dern bereits nach kur­zer Zeit kata­stro­pha­le Ein­grif­fe erken­nen las­sen. Irrepa­ra­ble Schä­den in der alten Bau­sub­stanz sind entstanden.

Vie­len Dank an den Watt­füh­rer Hei­no, der als Unter­stüt­zer der Bahn­hofs­freun­de das Video zur Ver­fü­gung gestellt hat. 

Ein illegaler Bau?

29. März 2021 // Wie wir aus seriö­ser Quel­le erfah­ren haben, gibt es für die aktu­el­len Bau­mass­nah­men am his­to­ri­schen Juis­ter Bahn­hof kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung. Noch schlim­mer: Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die Mass­nah­men nicht ein­mal geneh­mi­gungs­fä­hig wären. Das kann durch­aus zu Recht als Skan­dal bezeich­net werden.

Das feh­len­de, aber vor­ge­schrie­be­ne Bau­schild deu­te­te ja bereits dar­auf hin, dass dort etwas nicht mit rech­ten Din­gen zuge­hen könn­te. Die­se Befürch­tun­gen wur­den nun bestä­tigt. Die ver­hee­ren­den Schnit­te in die his­to­ri­sche Bahn­hofs­mau­er, die Auf­maue­rung und die mas­si­ven Beton­ar­bei­ten müs­sen wohl als ille­gal bezeich­net werden.

Nun ist so ein Vor­ge­hen laut Insi­dern auf der Insel Juist nichts Unge­wöhn­li­ches, aller­dings ist es schon bemer­kens­wert, wie hin­sicht­lich des Bahn­hofs vor­ge­gan­gen wird: Schliess­lich haben sich Men­schen aus ganz Deutsch­land und vie­len Län­dern für den Erhalt die­ses Gebäu­des ein­ge­setzt. Offen­bar meint man, dass es die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen Ein­zel­ner recht­fer­ti­gen, sich über gel­ten­des Recht hin­weg zu setzen.

Wir wer­den wei­ter berichten.

Es hat sich eine Chro­no­lo­gie ent­wi­ckelt auf unse­rer Web­site. Oben ste­hen die die neus­ten Nach­rich­ten — und wir dach­ten, dass das Kapi­tel der Zer­stö­rung des Juis­ter Bahn­hofs bis genau hier­her gehen würde:

Von ganz unten auf die­ser Sei­te ange­fan­gen bis zur erfreu­li­chen Nach­richt, dass das his­to­ri­sche Gebäu­de nicht abge­ris­sen wird. Wir soll­ten uns irren.

Ober­halb die­ser Linie fin­det sich nun das Gesche­hen ab Ende März 2021 mit den bedrü­cken­den Neu­ig­kei­ten zur rabia­ten Ver­schan­de­lung des alten Gebäu­des auf dem alten Bahnsteig.

 Bahnhofsabriss ist vom Tisch 

Was wird aus dem Bahnhof?

Juister Bahnhofsgaststätte9. Sep­tem­ber 2020 // Nach­dem der Abriss des Bahn­hofs ver­hin­dert war, ging eigent­lich alles so wei­ter wie bis­her. Ein trans­pa­ren­tes Vor­ge­hen sei­tens der Betei­lig­ten — also der Ree­de­rei und der Gemein­de Juist — oder gar ein Ein­ge­hen auf die Wün­sche und Argu­men­te der Unter­stüt­ze­rIn­nen des his­to­ri­schen Bahn­hofs konn­te nicht erkannt wer­den.  Das ver­wun­dert nicht, denn man liess ja ger­ne ver­lau­ten, dass die Ent­schei­dun­gen nichts mit der Peti­ti­on zu tun hätten.

Reederei und Bürgermeister bestätigen

30. August 2019 // Online kann man es bereits lesen, mor­gen wird es in der Druck­aus­ga­be der Ost­frie­sen-Zei­tung ste­hen: Der Abriss des his­to­ri­schen Juis­ter Bahn­hofs ist vom Tisch. Laut Aus­kunft der recher­chie­ren­den Redak­teu­rin der Zei­tung haben sowohl der Spre­cher der Ree­de­rei Nor­den-Fri­sia AG als auch der Juis­ter Bür­ger­meis­ter Dr. Tjark Goe­r­ges die­se Aus­sa­ge unab­hän­gig von­ein­an­der getätigt.

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 Im Blog 

Wir ver­su­chen auch nach der „Ret­tung des Bahn­hofs“ das Gleis nicht zu ver­las­sen: Wir möch­ten wei­ter­hin über die Ent­wick­lung des The­mas infor­mie­ren — denn es gibt immer noch offe­ne Fra­gen und zu viel Des­in­for­ma­ti­on in den sozia­len Netzwerken. 

Des­halb hal­ten wir es für wich­tig, dass wir unse­re Kon­tak­te zur Insel Juist pfle­gen und über das Gesche­hen rund um den Bahn­hof berich­ten. In unse­rem Blog wird folg­lich bei Bedarf immer mal wie­der ein Arti­kel erscheinen.

 Mitmachen 

Wenn Sie den Freun­des­kreis Juis­ter Bahn­hof unter­stüt­zen möch­ten, dann neh­men Sie doch jetzt Kon­takt zu uns auf! Wenn der Bahn­hof erst ein­mal ver­schwun­den sein soll­te, ist es zu spät.

Kon­kret kann Ihre Anfra­ge zur Unter­stüt­zung über unse­re Kon­takt­sei­te erfol­gen, aber auch bei Face­book: Hier kön­nen Sie der geschlos­se­nen Grup­pe „Freun­des­kreis Juis­ter Bahn­hof“ bei­tre­ten — wenn Sie denn aktiv mit­ar­bei­ten wollen.

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 Was die Menschen meinen 

Watt­füh­rer Hei­no ist sicher als Urge­stein der Insel zu bezeich­nen, dem es um die Insel geht. Sei­ne Ansicht zum geplan­ten Abriss des Bahn­hofs  ist eindeutig:

Der Bahn­hof ist ein Wahr­zei­chen die­ser Insel. Man muss nun wirk­lich nicht noch mehr Feh­ler machen wie in der Ver­gan­gen­heit bereits geschehen.

Juist soll­te sei­nen Cha­rak­ter nicht dadurch ver­lie­ren, dass man immer meint das Rad neu erfin­den zu müs­sen. Tra­di­tio­nen sind wich­tig und soll­ten erhal­ten bleiben.“

Hei­no Beh­ring, Juist

 

Aber auch vie­le ande­re Men­schen im gan­zen Land set­zen sich für den Bahn­hof ein:

Der Bahn­hof gehört zu Juist und prägt Juist. Er ist ein Stück Juis­ter Geschich­te und darf somit nicht abge­ris­sen son­dern muss erhal­ten werden.

Susan­ne Stein­berg, Nijmegen

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 Schriftverkehr 

Lan­ge Mona­te hat­te sich die Gemein­de Juist nicht geäus­sert — Ende Mai 2019 kam dann erst­mals eine schrift­li­che Stel­lung­nah­me zum Abriss des Juis­ter Bahn­hofs aus dem Rathaus.

Bür­ger­meis­ter Tjark Goe­r­ges äus­ser­te sich auf drei A4-Sei­ten und somit end­lich belast­bar. Dass er wie eine Eule zum Bahn­hof getra­gen wer­den muss­te und erst mit mehr­mo­na­ti­ger Ver­spä­tung auf eine Stel­lung­nah­me eines Juis­ters reagier­te, zeig­te die Stra­te­gie der Gemein­de auf: still­hal­ten und Fak­ten schaffen.


 

 In der Presse 

Die Ost­frie­sen-Zei­tung berich­tet erst­mals am 11. Juli 2019 online dar­über, dass der Juis­ter Bahn­hof „offen­bar erhal­ten“ bleibt. Mitt­ler­wei­le wur­de dem Freun­des­kreis eine Kopie des Arti­kels zur Ver­fü­gung gestellt.

Es liest sich ein wenig nach Zurück­ru­dern — ob das aber tat­säch­lich gute Nach­rich­ten für den Erhalt des Bahn­hofs sind, kann zur Zeit nicht beur­teilt wer­den. Immer­hin kann fest­ge­stellt wer­den, dass die aktu­el­le Ent­wick­lung bes­ser ist, als die Bekannt­ga­be eines Abrisstermins.


 

 Bahnhofsgeschichten 

Hol­ger Stol­per aus Juist hat­te die Idee: Schrei­ben und sam­meln wir Geschich­ten über den his­to­ri­schen Juis­ter Bahn­hof. Schon weni­ge Tage spä­ter waren die ers­ten bei­den Geschich­ten fertig.

Chris­ti­an Schae­fer und Frank Jer­mann — bei­de akti­ve Mit­glie­der im Freun­des­kreis Juis­ter Bahn­hof — kram­ten in Erin­ne­run­gen und alten Fotos und mach­ten Geschich­ten dar­aus. Das war der Start­schuss — und es sind mehr Geschich­ten dazu gekom­men. Schau­en Sie selbst!


 

 Noch zu retten? 

Mitt­ler­wei­le hat es der Juis­ter Bür­ger­meis­ter schrift­lich bestä­tigt: Der his­to­ri­sche Juis­ter Bahn­hof soll abge­ris­sen werden.


 

 Umdenken? 

Erst „macht nur ein Abriss Sinn“, ein paar Wochen spä­ter ist „nicht mehr mit einem Abriss zu rech­nen“. Zu sol­chen Aus­sa­gen kommt es, wenn ledig­lich Geld regiert — und ande­re Wer­te sträf­lich ver­nach­läs­sigt werden.

Wird Juist wei­ter ausverkauft?


 

 Alte Fotos rund um den Bahnhof 

Unse­re klei­ne Juis­ter Bahn­hofs­ga­le­rie wur­de gestar­tet und bekommt Zulauf! Es sind wun­der­ba­re Erin­ne­run­gen dabei.

Wenn Sie nicht nur schau­en, son­dern mit­ma­chen möch­ten: Schi­cken Sie uns Ihre alten Fotos! Ob digi­tal, als Dia oder auf Papier — wir freu­en uns über jede Einsendung.


 

 Video von 1973 

Chris­ti­an Schae­fer stellt uns ein Bahn­hofs­vi­deo zur Verfügung.


 

 Hafen oder Anleger — wie war das noch? 

Vie­le Men­schen wis­sen heu­te gar nicht mehr, dass es eine Zeit vor dem Hafen gab. Claus Sören­sen sprach im April 2019 mit Watt­füh­rer Hei­no über die Ent­wick­lung vom alten Anle­ger im Watt bis hin zur stän­di­gen Ver­schli­ckung des neu­en Hafens.


 

 In Kontakt bleiben 

Wir soll­ten in Kon­takt blei­ben — für den Fall, dass der Juis­ter Bahn­hof plötz­lich doch abge­ris­sen wer­den soll. Mehr dazu kön­nen Sie wei­ter unten lesen.

Des­halb: Hier kön­nen Sie unse­ren News­let­ter bestel­len. Sie bekom­men einen Bestä­ti­gungs­link per eMail, den kli­cken Sie an — fertig!

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 Die Petition 

Im August 2018 wur­de eine Online-Peti­ti­on für den Erhalt des his­to­ri­schen Juis­ter Bahn­hofs gestar­tet. Men­schen aus der gan­zen Bun­des­re­pu­blik haben sie unterzeichnet.

Aller­dings zeigt die Lis­ter der Unter­zeich­ne­rIn­nen auch, dass die Juis­te­rin­nen und Juis­ter sich nur in gerin­gem Mass um den Erhalt der prä­gen­den alten Bau­ten auf der Insel küm­mern. Um so wich­ti­ger ist des­halb: Machen Sie mit:  Hel­fen Sie beim Erhalt des Juis­ter Bahn­hofs und unter­zeich­nen Sie die Petition!


 

 Wer wir sind 

Wir sind eine Grup­pe von Men­schen, die sich für den Erhalt des his­to­ri­schen Juis­ter Bahn­hofs einsetzt.